Start / Werkstatt
Eine Werkstatt, zwei Generationen, eine Bandsäge
Florian hat bei seinem Onkel gelernt und 2004 dessen alte Werkstatt an der Innstraße übernommen. Hier steht, wie es dazu kam und wie wir heute arbeiten.
Wie es anfing
2004Florian Maier wollte eigentlich Bauingenieur werden. Dann hat er in den Sommerferien beim Onkel in der Werkstatt ausgeholfen, einen Hocker gebaut, der heute noch in der Küche seiner Mutter steht — und die Sache mit dem Studium war erledigt.
Der Onkel, Sepp Grünholz, hatte die Werkstatt an der Innstraße seit 1978. Als er 2004 aufhören wollte, stand die Frage im Raum, ob die Maschinen verkauft werden. Florian hat sie behalten. Die Bandsäge aus den Siebzigern läuft heute noch, nur die Lager wurden zweimal getauscht. Der Name blieb auch — Grünholz passt zu einer Schreinerei besser als jeder ausgedachte.
Zwanzig Jahre später sind wir drei Schreiner und eine Auszubildende. Wir haben nie groß werden wollen. Eine Werkstatt, in der man sich noch zuruft, in der jeder weiß, an welchem Stück gerade gearbeitet wird — das ist uns mehr wert als eine zweite Halle.
Womit wir arbeiten — und warum
Holz statt FolieUnser Holz kommt aus dem Voralpenraum und von zwei Sägewerken, mit denen wir seit Jahren reden — eines bei Wasserburg, eines im Chiemgau. Wir kaufen ganze Bohlen, nicht zugeschnittene Ware, damit die Maserung über eine Tischplatte durchlaufen kann.
Wir ölen, statt zu lackieren. Eine geölte Eiche lässt sich in zehn Jahren mit ein bisschen Schmirgelpapier und einem Lappen auffrischen — eine lackierte muss man abschleifen. Das erklären wir lieber vorher, auch wenn Lack manchmal pflegeleichter klingt.
Und die ehrliche Oberfläche: Massivholz arbeitet. Eine Fuge wird im Winter etwas breiter, im Sommer schmaler. Das ist kein Fehler, das ist Holz. Wer eine Platte will, die sich nie bewegt, ist bei einem anderen Material besser aufgehoben — das sagen wir dann auch.
Einblick
Innstraße 31